04.04.2018 | Brandbriefe von Grundschulen: Bildungsministerium muss endlich auf Personalmangel reagieren!

Saarbrücken, 04.04.2018. Angesichts der aktuellen Brandbriefe von Grundschulen an das Bildungsministerium, unter anderem der Grundschule Saarbrücken-Ost, erwarten die Grünen von Bildungsminister Commerçon konkrete Aussagen, wie der Personalnot und dem generell vermehrten Unterrichtsausfall begegnet werden soll.   

“Wenn Klassen - wie an der Grundschule Saarbrücken-Ost - aufgrund von Personalmangel zusammengelegt werden müssen, mehr als 30 Kinder von einer Lehrkraft unterrichtet werden und zudem noch Förderstunden ausfallen, kann von einer adäquaten, individuellen Betreuung der Schüler*innen keine Rede mehr sein. Das gilt vor allem deshalb, weil durch die Inklusion die Zahl der Kinder mit besonderem Förderbedarf deutlich gewachsen ist und die Klassen deshalb eigentlich kleiner statt größer werden müssten. Wie viele Brandbriefe müssen das Bildungsministerium eigentlich noch erreichen, bevor dort die Alarmglocken läuten? Die Situation an den Grundschulen ist der Landesregierung seit langem bekannt und der Personalmangel ist nicht alleine durch die Grippewelle bedingt. Wir erwarten von Bildungsminister Commerçon, endlich konkrete Maßnahmen in die Wege zu leiten, um dem Lehrermangel zu begegnen und Unterrichtsausfall zu kompensieren. Schließlich wird in den Grundschulen der Grundstein für eine erfolgreiche BIldung unserer Kinder gelegt”, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Stadtrat, Karin Burkart.

“Zum einen braucht es mehr Anreize für junge Menschen, ein Grundschullehramtsstudium aufzunehmen. Das muss bedeuten, für eine bessere, faire Entlohnung der Grundschulllehrkäfte zu sorgen und die Unterrichtsverpflichtung nach Möglichkeit abzusenken. Gleichzeitig muss das Saarland es generell mehr Student*innen ermöglichen, ein Grundschullehramtsstudium hier zu beginnen. Die Landesregierung hatte die Zahl der Studienplätze von ursprünglich 60 zum Wintersemester 2014/15 auf 30 halbiert. Die zwischenzeitliche Erhöhung auf 45 ist vor dem Hintergrund des nach wie vor bestehenden Personalmangels unzureichend. Wir halten wenigstens 80 Studienplätze für nötig. Um die generelle Unterbesetzung zeitnah aufzufangen, fordern wir Bildungsminister Commerçon auf, endlich das Modell anderer Bundesländer umzusetzen, wonach Lehrer*innen anderer Schulformen Zusatzqualifikationen erwerben können, um im Grundschulbereich eingesetzt werden zu können,” so Karin Burkart abschließend.