15.11.2018 | Grüne begrüßen Pläne für barrierefreien Umbau des Filmhauses

Saarbrücken, 15.11.2018. Laut Planungen der Stadt soll das Saarbrücker Filmhaus unter anderem ein Treppenliftersystem im Haupteingangsbereich, eine Behindertentoilette sowie eine rollstuhlnutzerfreundliche Zuwegung im Innenhof erhalten. Die Grünen im Stadtrat begrüßen, dass die Verwaltung damit ihrer langjährigen Forderung nach einem barrierefreien Umbau des Filmhauses nachkommen will.

“Das Filmhaus bietet ein Kinoprogramm an, das man in anderen Spielstätten in der Region nicht findet. Hinzu kommen Sonderfilmreihen, Vorträge und Lesungen. Damit hat die Spielstätte ein Alleinstellungsmerkmal und leistet einen großen Beitrag zum kulturellen Angebot der Landeshauptstadt. Daher ist es auch wichtig, dass alle Bürger*innen die Möglichkeit haben, in den Genuss des Programms zu kommen. Allerdings ist bislang der große Saal des Filmhauses nicht  barrierefrei zugänglich, und der gepflasterte Innenhof ist für Rollstuhlfahrer*innen nur schwer befahrbar. Daher sprechen wir uns seit vielen Jahren für den Einbau eines Fahrstuhls und die Umgestaltung des Hofes aus. Wir sind erfreut, dass die Stadt nun endlich unsere Forderung umsetzen möchte, und ein Treppenliftersystem für Rollstuhlfahrer*innen im Haupteingangsbereich einbaut”, erklärt der kulturpolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat, Thomas Brass.

Weiterhin ist der Einbau einer Behindertentoilette sowie die Einrichtung einer rollstuhlnutzerfreundlichen Zuwegung im gepflasterten Innenhof geplant. “Letztlich wird es durch die Umbaumaßnahmen möglich, dass alle Saarbrücker Bürger*innen, auch diejenigen mit Mobilitätseinschränkungen, die Spielstätte künftig werden besuchen können. Damit erweitern wir den potenziellen Besucher*innen-Kreis deutlich”, so Brass abschließend.

14.11.2018 | Ausbau des Giganetzes: Deutlich mehr Investitionen durch öffentliche Hand nötig

Saarbrücken, 14.11.2018. Die Grünen im Stadtrat fordern deutlich höhere Investitionen in den Ausbau des zukunftsfähigen Giganetzes in Saarbrücken und erwarten sich entsprechende Förderprogramme von Bund und Land. Laut aktuellen Meldungen liegt das Saarland im bundesweiten Vergleich beim Breitbandausbau auf einem der hintersten Plätze.

“Nachhaltige Investitionen in den Ausbau des Giganetzes sind unerlässlich, wenn eine Stadt zukunftsfähig und im wirtschaftlichen Wettbewerb mit anderen Städten konkurrenzfähig bleiben will. Der Datenhunger und das Erfordernis nach hohen Bandbreiten wachsen aufgrund immer komplexerer Anwendungen stetig. Das gilt für Privatanwender*innen, aber insbesondere für Unternehmen. Eine schnelle, stabile Internetanbindung ist längst zum wichtigen Standortfaktor geworden. Das Saarland und die Landeshauptstadt dürfen daher im bundesdeutschen Vergleich nicht länger hinterherhinken. Wir brauchen dringend Förderprogramme, insbesondere vom Bund, damit die Kommunen die Glasfaserinfrastruktur zügig ausbauen können”, erklärt der Sprecher für digitale Technologie der Grünen im Stadtrat, José Ignacio Rodriguez Maicas.

Laut den Grünen dürfe sich die Landeshauptstadt beim Ausbau des Giganetzes nicht allein auf Angebote der Privatwirtschaft verlassen. Rodriguez Maicas: “Wir müssen ein neutrales und offenes Netz sicherstellen. Das erreichen wir jedoch nicht, wenn lediglich private Anbieter ihr eigenes Netz, das sie nach Belieben kontrollieren und weiter vermarkten können, ausbauen. Stattdessen müssen wir deutlich mehr  öffentliche Mittel in die Hand nehmen, damit die Netze so weit wie möglich in städtischer Hand bleiben.“

„Auf lange Sicht kann es sogar gewinnbringend sein, wenn die Kommunen oder ihre Gesellschaften den Ausbau des Giganetzes über Netznutzungsentgelte refinanzieren, indem sie es weiter an Privatunternehmen vermarkten. Unser Ausbauziel muss lauten, eine flächendeckende Versorgung mit dem Giganetz bis zum Jahr 2020 zu erreichen“, so Rodriguez Maicas abschließend.

14.11.2018 | Stadt in neuem Glanz

In den vergangenen Monaten wurden Besucher*innen der Landeshauptstadt nicht selten auf eine Geduldsprobe gestellt – vor allem verkehrstechnisch. Denn der Umbau eines der wichtigsten Knotenpunkte der Stadt, der Wilhelm-Heinrich-Brücke, hat Umleitungen und zum Teil auch Vollsperrungen nötig gemacht. Umso erfreulicher ist es, dass die Bauarbeiten – quasi am offenen Herzen der Stadt – reibungslos über die Bühne gegangen sind, und Rad- sowie Pkw-Fahrer*innen ab sofort gleichberechtigt die Brücke befahren können. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit fließt der Verkehr wieder. Und ebenfalls pünktlich erstrahlt mit der Bahnhofstraße die wichtigste Einkaufsmeile der Landeshauptstadt in neuem Glanz. Insgesamt 3,7 Millionen Euro hat die Stadt in die Instandsetzung und Verschönerung der Bahnhofstraße investiert. Das sind Gelder, die wir gerne in die Hand genommen haben, um die Stadt noch attraktiver für ihre Bürger*innen und Besucher*innen zu gestalten. Und die Investitionen haben sich gelohnt. Mit der Umgestaltung hat sich die Aufenthaltsqualität in der Bahnhofstraße deutlich verbessert. Der große Besucherandrang anlässlich des 150-jährigen Jubiläums und des gleichzeitigen Abschlusses der Bauarbeiten hat gezeigt, dass die ‘neue’ Bahnhofstraße sehr gut bei den Bürger*innen ankommt. Kurzum: Einkaufen und Flanieren war in Saarbrücken noch nie schöner. Weihnachten kann also kommen. (Wochenspiegel-Kolumne "Die Stadtratsfraktionen informieren" | KW 46 | Torsten Reif) 

13.11.2018 | Fraktion trifft: Vortrag & Podiumsdiskussion: Wege aus der Plastik- Flut

Die Zahl mutet auf den ersten Blick unglaublich an: Jedes Jahr gelangen bis zu 12,7 Millionen Tonnen an Plastik in unsere Weltmeere. Doch führt man sich vor Augen, wie viele Plastikprodukte uns im Alltag begegnen, wie viel davon in den Müll wandert, dann relativiert sich das Ganze schnell wieder. Zurück bleibt die Erkenntnis, dass wir auf eine ökologische Katastrophe zusteuern, wenn wir nichts gegen den weltweit steigenden Plastikverbrauch unternehmen. Denn dann würde sich die genannte Zahl bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Kurzum: Plastik ist zur Seuche des 21.  Jahrhunderts geworden.

Wohl kaum jemand weiß besser hiervon zu berichten, als die Saarbrücker Meeresbiologin Dr. Frauke Bagusche. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit der Plastik-Problematik, hat  zahlreiche Länder bereist und dabei unter anderem die schiere Plastik-Flut in und um die Weltmeere in Bildern dokumentiert. Einen Einblick in ihre Arbeit hat sie am 12. November bei unserer Veranstaltung “Wege aus der Plastik-Flut” im Café Jules Verne in Saarbrücken gegeben. Von Plastikteppichen gesäumte Landstriche in Vietnam bis zu Schildkröten, die sich in Plastiktüten verheddert haben – die Fotos, die Frau Dr. Bagusche präsentiert, regen zum Nachdenken an.

Doch was sind die Gründe für die Vermüllung? Besonders in Entwicklungsländern würden 90 Prozent des Abfalls nicht richtig entsorgt und landeten irgendwo in der Umwelt, gibt Frau Dr. Bagusche zu bedenken. Der Hintergrund ist oftmals mangelnde Bildung. Viele Einwohner*innen wüssten einfach nicht, wie der Abfall entsorgt werden muss.  Alleine durch den Jangtse-Fluss in China fließen pro Jahr rund 1,5 Tonnen an Plastikabfällen weiter ins Meer. Das Fatale: Die Stoffe zerfallen teilweise über Jahrzehnte hinweg in kleine Partikel und werden von Kleinstlebewesen, aber auch Meeresbewohnern wie Fischen oder Krebstieren aufgenommen und gelangen so letztlich in unsere Nahrungskette.

Doch die Auswirkungen auf die Flora und Fauna sind noch vielfältiger: Sogenannte Mikroplastik-Partikel absorbieren Schadstoffe, sie transportieren giftige Substanzen, Viren und Bakterien, die wiederum von Lebewesen aufgenommen werden. Und schließlich produzieren die am häufigsten verwendeten Kunststoffe Polyethylen und Polypropylen die Treibhausgase Methan und Ethylen, wenn sie der Sonne ausgesetzt sind.

Es steht also unbestritten fest, dass wir dringend etwas gegen die Plastik-Flut unternehmen müssen. Doch was? Diese Frage stand im Fokus der sich anschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Frau Dr. Bagusche auch die Inhaberin des ‘Unverpackt’-Ladens in Saarbrücken, Birgit Klöber, Bernd Selzner (Werkleiter ZKE Saarbrücken) sowie der Polymer-Chemiker Dr. Bertram Schmitz teilgenommen haben. Moderiert von Jörg Hektor (Radio Salü) hat sich eine rege Debatte vor mehr als 150 Besucher*innen entwickelt.

Schnell wird klar, dass Plastik aus unserem Alltag schwer zu verbannen ist: Es steckt in Lebensmittelverpackungen, in Kleidung, in Kosmetika. Und ein Großteil davon kann nicht recycelt werden, sondern landet in Verbrennungsanlagen. Laut Bernd Selzner können lediglich 25 Prozent des Inhalts der ‘gelben Säcke’ wiederverwertet werden. Ein großes Problem sei dabei, dass die Verbraucher*innen nicht das nötige Fachwissen haben, um alle Abfälle richtig vorzusortieren. Allerdings sieht Herr Selzner vor allem die Hersteller in der Pflicht, mehr recycelbare Verpackungen herzustellen. Darin unterstützt ihn auch Dr. Schmitz, der anmerkt, dass durchaus nicht jedes Plastik schlecht ist und man unter Verwendung der entsprechenden Stoffe die Recycling-Quoten erheblich erhöhen könnte. Inzwischen hätten dies erste Handelsketten erkannt und machten ihren Herstellern entsprechende Vorgaben für die Verpackungen.

Doch auch die Politik sei gefordert, Regelungen zur Eindämmung der Plastik-Flut zu finden – da sind sich alle Podiumsteilnehmer*innen einig. Das EU-weite Verbot von Plastikstrohhalmen sei ein richtiger Schritt, auch wenn er im Jahr 2021 deutlich zu spät komme, merkt Frau Dr. Bagusche an.  Doch weitere Schritte müssen dringend folgen. Aus Grüner Sicht brauchen wir zum Beispiel endlich eine Plastiksteuer und wir müssen die Hersteller zur Entwicklung und Produktion von Alternativstoffen verpflichten.

Und letztlich ist es an jeder Verbraucherin und jedem Verbraucher, mit ihrer und seiner Kaufentscheidung den Herstellern zu signalisieren, dass es durchaus auch ohne Plastik geht. Denn für viele Plastikprodukte gibt es Alternativen, die etwa Birgit Klöber in ihrem ‘Unverpackt’-Laden in Saarbrücken anbietet. So appelliert sie auch an die Bürger*innen, ihre Einkaufsgewohnheiten zu überdenken. Denn es muss nicht die in Plastik verpackte Bio-Gurke aus dem Supermarkt sein, wenn es zum Beispiel auf dem Wochenmarkt die Gurke ohne Verpackung gibt. Statt Flüssigseife im Plastikmantel tut es auch ein Seifenstück. Und wie die Reaktionen aus dem Publikum an diesem Abend zeigen, hat in vielen Köpfen schon genau dieses Umdenken stattgefunden. So kann letztlich jeder dazu beitragen, dass wir Wege aus der Plastik-Flut finden.

 

12.11.2018 | Saarlandpakt: Sonderstellung der LHS berücksichtigen

Saarbrücken, 12.11.2018. Die Grünen im Stadtrat bekräftigen ihre Forderung nach einer Sonderstellung der Landeshauptstadt im Rahmen des Saarlandpaktes. Die vorgestellte Lösung betrachten sie als halbherzig und nicht ausgereift.

“Die Landesregierung hat den hohen Stellenwert des Oberzentrums Saarbrücken immer noch nicht erkannt. Die Landeshauptstadt leistet viele Aufgaben, die Auswirkungen auf das ganze Saarland haben. So hängen zum Beispiel zahlreiche Arbeitsplätze davon ab, dass Saarbrücken als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort funktioniert. Kurzum: Die Landeshauptstadt ist der Motor für den saarländischen Arbeitsmarkt. Ohne ausreichende Finanzspielräume wird dieser jedoch ins Stocken geraten. Deshalb muss es im Saarlandpakt eine Sonderstellung der LHS geben“, erklärt der finanz- und wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat, José Ignacio Rodriguez Maicas.

Die Grünen halten die  von der Landesregierung angedachten 20 Millionen Euro für deutlich zu gering, zumal diese auf 52 Kommunen aufgeteilt würden. Für Saarbrücken würde dies lediglich einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten. Rodriguez Maicas: “Es ist abzusehen, dass auf die Landeshauptstadt nur ein kleiner Teil der 20 Millionen entfällt. Das reicht bei weitem nicht aus, um die Investitionsfähigkeit langfristig zu erhalten. Die Landesregierung muss den Sonderstatus der LHS anerkennen und ihr einen entsprechend größeren Teil zukommen lassen. Außerdem müssen zumindest die Ausgaben für Zukunftsinvestitionen in Bildung, Kultur und Infrastruktur aus den geforderten Sparbemühungen herausgerechnet werden. Es stellt sich auch die Frage, wie lange dieser Saarland-Pakt Bestand hat, zumal die 100 Millionen Euro an Bundeszuschüssen an das Land nicht über die geplante Laufzeit von 45 Jahren gesichert sind.”

“Wenn wir unsere Schulen und Straßen, Sporthallen und Schwimmbäder aufgrund fehlender Gelder verkommen lassen, müssen nachfolgende Generationen die Erneuerung bezahlen. Das ist ungerecht. Wir dürfen unseren Kindern keine heruntergewirtschaftete Stadt hinterlassen. Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass Saarbrücken den nötigen Finanzrahmen für solche Investitionen erhält”, so Rodriguez Maicas weiter.

Auch die Finanzbeziehungen zwischen Landeshauptstadt und dem Regionalverband müssen laut den Grünen auf den Prüfstand. Rodriguez Maicas abschließend: “Neben der Zinslast liegt der größte Haushaltsposten der LHS bei den Ausgaben für die Regionalverbandsumlage, die jährlich stark ansteigt. Hier sehen wir die Landesregierung in der Verantwortung, den Regionalverband finanziell besser zu stellen, damit dieser sich nicht das Geld für die Übernahme von Bundes- oder Landesaufgaben bei den Kommunen holen muss.”

Podiumsdiskussion am 12.11.2018 | Wege aus der Plastik-Flut. Für ein sauberes Saarbrücken

Weltweit gelangen bis zu 12,7 Millionen Tonnen Plastik jährlich in die Weltmeere – mit verheerenden Folgen für unser Ökosystem. Doch wie können wir die Plastikflut eindämmen? Welche Möglichkeiten der Plastikvermeidung hat jeder einzelne? Was können Industrie, Einzelhandel, Gastronomie und Einrichtungen wie Schulen und Kitas beitragen? Und welche Rahmenbedingungen muss die Politik setzen, um der inflationären Plastikproduktion einen Riegel vorzuschieben und echtes Recycling zu fördern?

Das wollen wir mit Ihnen am 12. November diskutieren. Dr. Frauke Bagusche (Meeresbiologin und Buchautorin) wird zu Beginn der Veranstaltung einen Fachvortrag zur Plastik-Problematik halten. An der anschließenden Podiumsdiskussion nehmen außerdem teil: Birgit Kloeber (Inhaberin 'Unverpackt Saarbrücken'), Bernd Selzner (Werkleiter Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb Saarbrücken), Dr. Bertram Schmitz (Polymer-Chemiker).

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

07.11.2018 | Zukunft der Messe

Mit der vom Bund in Aussicht gestellten Finanzspritze in Höhe von 50 Millionen Euro werden wir gemeinsam mit den weiteren 50 Millionen von Stadt und Land dem Messe- und Kongresswesen in Saarbrücken sicherlich einen Schub verleihen können. Wenn wir durch einen attraktiven Messe- und Kongressstandort mehr Menschen zum Besuch der Landeshauptstadt bewegen können, steigern wir die Kaufkraft und stärken die Wirtschaft. Die Weichen für ein entsprechendes Modellvorhaben haben wir nun im Stadtrat gestellt, und wir Grüne werden den weiteren Prozess sehr kritisch begleiten. Denn bei allen Planungen müssen für uns der städtebauliche Ansatz und das Thema Nachhaltigkeit im Fokus stehen.  Das heißt unter anderem, dass es keine Bebauung des Bürgerparks durch eine mögliche Multifunktionshalle geben darf. Vielmehr müssen wir den Park aufwerten und die Aufenthaltsqualität für die Bürger*innen verbessern. Außerdem brauchen wir innovative Vorschläge, wie Besucher*innen möglichst ohne Pkw die Veranstaltungen erreichen können. Es müssen Lösungen gefunden werden, wie die ÖPNV-Anbindung verbessert werden kann und inwiefern etwa am Rande der Stadt Park+Ride-Parkplätze angelegt werden können. Denn klar ist: Eine Erweiterung des Messe- und Kongresswesens darf nicht dazu führen, dass der motorisierte Individualverkehr und damit die Lärm- und Schadstoffbelastungen in der Stadt zunehmen. (Wochenspiegel-Kolumne "Die Stadtratsfraktionen informieren" | KW 45 | José Ignacio Rodriguez Maicas) 

05.11.2018 | ‘Leichte Sprache’: Grüne begrüßen Umsetzung ihres Antrags – Angebote weiter ausbauen

Saarbrücken, 05.11.2018. Die Grünen im Stadtrat begrüßen, dass die Verwaltung ihren Antrag auf Bereitstellung von Informationen in ‘leichter Sprache’ umgesetzt hat und nun ein entsprechendes Angebot auf der Webseite saarbruecken.de bereitstellt. Sie setzen sich dafür ein, dass dieses Angebot sukzessive ausgeweitet wird und zum Beispiel auch Broschüren in leichter Sprache erstellt werden.

“Mit dem Umsetzung unseres Antrags kommt die Stadt einem Kernanspruch der UN-Behindertenrechtskonvention nach. Damit erhalten von nun an auch Mitbürger*innen mit eingeschränkter Lese- und Schreibkompetenz oder generell geringen Deutschkenntnissen schnell Zugang zu wichtigen Informationen, beispielsweise über die Bürgerdienste der Stadt. Wir sehen darin einen wichtigen Schritt zum Abbau von Barrieren im Alltag und zur Umsetzung der Inklusion. Das jetzige Angebot, das 20 häufige Fragen an die Verwaltung umfasst, sollte nun schrittweise ausgebaut werden”, erklärt der sozialpolitische Sprecher der Grünen im Stadtrat, Thomas Brass.

Die Grünen schlagen vor, künftig zum Beispiel auch Broschüren, die über wichtige städtische Einrichtungen und Dienstleistungen informieren, in leichter Sprache bereitzustellen. “Ein solches Angebot sollte auch Museen, Theater, Schulen und Kitas umfassen. Außerdem wünschen wir uns, dass städtische Mitarbeiter*innen durch Fortbildungen in leichter Sprache geschult werden, um entsprechend auf die Bedürfnisse der Bürger*innen eingehen zu können”, so Brass abschließend.

02.11.2018 | Messe- und Kongresswesen: Nachhaltigkeitsaspekt entscheidend – Bürgerpark erhalten

Saarbrücken, 02.11.2018. Aus Sicht der Grünen im Stadtrat müssen bei der Weiterentwicklung des Messe- und Kongressstandortes Saarbrücken der städtebauliche Ansatz, das Thema Nachhaltigkeit und der innovative Ansatz im Fokus stehen. Insbesondere dürfe es keine Bebauung des Bürgerparks geben, und die ÖPNV-Anbindung müsse verbessert werden.

“Die vom Bund in Aussicht gestellten Finanzmittel in Höhe von 50 Millionen Euro werden es gemeinsam mit den 50 Millionen von Land und Stadt ermöglichen, dem Messe- und Kongresswesen in der Landeshauptstadt einen Schub zu geben. Wir begrüßen die Überlegungen zur Fortentwicklung des Messe- und Kongressstandorts, wenn wir damit mehr Menschen zum Besuch unserer Stadt bewegen können und damit für mehr Kaufkraft in Saarbrücken sorgen. Daher haben wir dem Modellvorhaben im Stadtrat zugestimmt, betonen aber auch, dass wir den weiteren Verfahrensgang sehr kritisch begleiten. Denn bei allen künftigen Projekten muss der Nachhaltigkeitsgedanke im Fokus stehen. So lehnen wir eine Bebauung des Bürgerparks ab. Vielmehr muss die Stadt dafür sorgen, dass die Aufenthaltsqualität des Parks für die Bürger*innen verbessert wird”, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Torsten Reif.

Die Grünen erwarten sich von den nun bevorstehenden Untersuchungen und Gutachten Vorschläge, wie unter anderem die Verkehrssituation gelöst werden soll. “Eine der inhaltlichen Anforderungen an das geförderte Modellprojekt besteht darin, innovative Lösungen für eine Innenstadtmesse zu finden. Genau deshalb haben wir der Vorlage zugestimmt. Wir sind davon überzeugt, dass wir im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs Lösungen für eine innerstädtische Messe präsentiert bekommen, die jenseits des eingereichten Konzeptes liegen. Ein innovatives Konzept wird unserer Erwartung nach eher dazu führen, den Pkw-Verkehr und damit die Lärm- und Schadstoffbelastungen in der Innenstadt zu reduzieren. Wir brauchen Lösungen, wie Besucher*innen die Veranstaltungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut und komfortabel erreichen können. Park & Ride-Parkplätze in den Randgebieten der Stadt sind nur ein weiterer denkbarer Ansatz. Generell kritisch sehen wir den Bau einer Multifunktionshalle. Saarbrücken würde damit in einen Konkurrenzkampf mit bestehenden Eventhallen in der Region eintreten, der mehr Ressourcen auffrisst, als er einbringt”, so Reif abschließend.

31.10.2018 | Grüne begrüßen Fortführung der Gemeinwesenarbeit und neues Projekt für Dudweiler

Saarbrücken, 31.10.2018. Auf Beschluss des Stadtrates werden die Verträge mit den Trägern der Gemeinwesenprojekte in Saarbrücken um zwei Jahre verlängert. Erstmals wird es auch ein vollwertiges Projekt für den Stadtteil Dudweiler geben. Die Grünen sehen in der Gemeinwesenarbeit einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung und Stabilisierung der Stadtteile der Landeshauptstadt.

“Die Träger der Gemeinwesenarbeit in Saarbrücken gewährleisten seit vielen Jahren, dass die Bürger*innen bei den verschiedensten sozialen Problem- und Fragestellungen schnell und unbürokratisch Hilfe finden. Auch leisten die Projekte eine wertvolle Arbeit bei der Integration von geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft. Wir begrüßen daher die Fortführung der Verträge mit den bisherigen, seit langem bewährten Trägern. Sehr erfreulich ist, dass der Stadtrat nun auch unserer langjährigen Forderung nach der Einrichtung einer vollwertigen Gemeinwesenarbeit im Stadtteil Dudweiler gefolgt ist. Eine solche haben wir bereits im Jahr 2011 in einem Antrag gefordert”, erklärt Karin Burkart, Grüne Stadtverordnete aus Dudweiler.

Das neue Projekt für Dudweiler wird im Jahr 2019 an den Start gehen. “Der Vertrag sieht vor, dass das KIEZ Dudweiler um die Aufgabengebiete ‘Sozialberatung’ und ‘soziale Stadtteilentwicklung’ ergänzt wird. Ein Schwerpunkt liegt außerdem auf dem wichtigen Gebiet der Jugendhilfe. Wir sind zuversichtlich, dass mit dem Projekt der Grundstein dafür gelegt wird, um die Lebensverhältnisse des Stadtteils Dudweiler an die der Gesamtstadt anzugleichen”, so Burkart abschließend.

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