29.08.2013 | Gegen Neubau im Wacholderfeld

Stadtratsgrüne befürworten stattdessen innenstadtnahe Neubaugebiete

Die Stadt will auf dem Scheidterberg ein Neubaugebiet ausweisen und möchte deshalb einen Bebauungsplan für das Gebiet „Wacholderfeld“ aufstellen. Allerdings sprechen viele gute Argumente gegen diese Absicht, so der Fraktionsvorsitzende und Baupolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat, Guido Vogel-Latz:

„Nicht erst seit der Bürgerversammlung in Scheidt sind wir der Überzeugung: Das Wacholderfeld im Stadtteil Scheid eignet sich nicht zur Neubebauung. Das Wacholderfeld ist eine ökologisch sensible Fläche, die mit Samthandschuhen anzufassen ist. Das bestätigen Stellungnahmen des städtischen Umweltamtes ebenso wie eine Stadtklimaanalyse, die diesen Bereich als einen „bedeutsamen Klimafunktionsbereich“ beurteilen. Übersetzt: Die Frischluftzufuhr der Stadt wird über das Wacholderfeld mit beeinflusst. Was in Zeiten der sich im Klimawandel aufheizenden Städte ausgesprochen wichtig ist. Ebenso finden sich hier bedrohte Tierarten, die auf der Roten Liste des Naturschutzes stehen.

Wem diese Argumente noch nicht reichen, es kommt noch hinzu, dass die potenziellen NeubewohnerInnen der Höhensiedlung auf das Auto als nahezu einziges Fortbewegungsmittel angewiesen sein werden. Genau das Gegenteil dessen, was wir in unseren ambitionierten Stadtentwicklungsplänen fordern: Den nachhaltigen Anschluss an den städtischen ÖPNV und das Radverkehrsnetz.
Wir sind der festen Überzeugung, dass dort Bauland entwickelt werden sollte, wo auch in Zukunft damit zu rechnen ist, dass die dazugehörigen Strukturen wie Straßen, Abwasser, Strom - rentabel eingesetzt werden können und Menschen eine realistische Chance haben mit dem Fahrrad und dem ÖPNV die Innenstadt oder das Stadtteilzentrum zu erreichen.

Keine Frage, wir brauchen in Saarbrücken Neubaugebiete. Für die steigende Zahl derjenigen, die das Stadtleben (wieder) schätzen und die durch ihre kürzeren Alltagswege das Klima entlasten, müssen vernünftige Wohnangebote geschaffen werden. Diese müssen aber in der Innenstadt als Baulückenschluss oder in innenstadtnahen Lagen entstehen. Nur so kann sich die Stadt nachhaltig und qualitativ entwickeln. Neubaugebiete in der städtischen Peripherie sind für uns Auslaufmodelle“.

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