28.11.2013 | Saarbrücken braucht ein Baulückenmanagement

Grünen-Stadtratsfraktion fordert Diskussion um innerstädtische Wohnbebauung

Hintergrund: Ein Baulückenmanagement informiert über Bauland in der City und in besonders attraktiven Lagen am Innenstadtrand. Ungenutzte bzw. untergenutzte größere Flächenpotenziale können damit auf Grundlage eines Gesamtkonzeptes ganz oder schrittweise einer Bebauung zugeführt werden. Warum auch Saarbrücken ein derartiges Verfahren bei der Stadtentwicklung braucht, beantwortet der Fraktionsvorsitzende und Baupolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat, Guido Vogel-Latz:

„Mit der Diskussion um die Neubaugebiete am Franzenbrunnen und insbesondere im Wacholderfeld stellt sich dringender denn je die Frage, wie wir mit den innerstädtischen Baulücken umgehen. Denn Baulücken, die längere Zeit nicht genutzt werden, behindern nicht nur eine lebendige Innenstadt sondern tragen zur Verödung der Städte bzw. zur Zersiedlung der Angebote auf die „Grüne Wiese“ bei.
Dagegen hat die Bebauung von Freiflächen in der Innenstadt viele Vorteile:
Durch die zentrale Lage erreicht man fußläufig oder mit der Rad schnell die Innenstadt und entlastet damit die Straßen und das Klima unserer Stadt. Durch die zentrale Lage sind diese Baufelder auch langfristig in Betrieb und Unterhaltung günstiger. Dabei bedeutet ein gutes Baulückenmanagement natürlich nicht, jede Baulücke „zwanghaft“ zu bebauen Es können hier durchaus auch ein schöner Stadtteilpark oder einfach nur eine Ruhezone entstehen.
In Saarbrücken sind es bisher überwiegend private Investoren, die die vorhandenen Lücken füllen. „Öffentliche Flächen“ wie das Polizeigelände in der Mainzer Straße dämmern weiter vor sich hin. Dies ist uns zu wenig: Deshalb haben wir im letzten Bauausschuss einen Antrag mit der Forderung nach einem „innerstädtisches Baulückenmanagement“ gestellt. Das heißt: innerstädtische Baulücken und Freiflächen sollen nicht nur in einem Kataster verwaltet, sondern gezielt entwickelt werden. Ein Prozess, der mit Sicherheit in der Verwaltung läuft, aber in der Kommunalpolitik und in der Stadtgesellschaft bisher kaum „aufgeschlagen ist“.
Wir wissen, dies ist ein steiniger Weg, aber die weitere Aktivierung der Innenstadt gerade für das Wohnen ist das uns wert. Denn die Erfolgsstory der Bebauung des ehemaligen Stadtbadgeländes zeigt, dass die Menschen mittlerweile die Innenstadt auch als Wohnort betrachten“.

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