10.01.2012 | Grünen-Stadtratsfraktion will gegen zunehmende Wohnungslosigkeit vorgehen

Zum neusten Statistikbericht der BAG Wohnungslosenhilfe e.V., der einen deutlichen Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland ausmacht und bis 2015 eine weiteren drastischen Anstieg der Wohnungslosigkeit um 10-15 % prognostiziert, erklärt die Sozialpolitische Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen im Saarbrücker Stadtrat, Sigrun Krack:

„Die Zahlen der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. zeigen eine bedrohliche Trendwende in Deutschland auf: Das Ausmaß der Wohnungslosigkeit ist dramatisch angestiegen, davon betroffen sind besonders stark Alleinstehende und - das muss alle in dieser Gesellschaft aufrütteln – auch die Zahl der minderjährigen Wohnungslosen hat zugenommen. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen ist der Anteil junger Frauen überproportional hoch. Sie leben entweder ganz auf der Straße, in Abbruchhäusern oder kommen bei sogenannten Freunden und Bekannten unter. In diesen häufig außerordentlich prekären Wohn- und Lebensverhältnissen sind nicht selten Gewalt und Missbrauch an der Tagesordnung.
Dass auch wir hier im Saarland bzw. in Saarbrücken nicht von dieser Situation verschont bleiben, darauf machte die Landesarbeitsgemeinschaft Streetwork/Mobile Jugendarbeit Saar kürzlich aufmerksam, denn auch hier leben immer mehr junge Menschen auf der Straße.
Grund genug für uns, die Situation in Saarbrücken genau zu beleuchten, um die Angebote entsprechend verändern zu können. Deshalb wird dieses Thema auf unsere Initiative hin im nächsten Fachausschuss diskutiert und beraten, wobei die Beantwortung folgender Fragen im Vordergrund steht: Wie hat sich die Situation der Wohnungslosen seit 2008 in Saarbrücken entwickelt? Wie viele Wohnungslose gibt es aktuell? Sind Veränderungen hinsichtlich Alter, Geschlecht, Herkunft erkennbar?
Gibt es Zahlen, wie viele Menschen schätzungsweise in prekären Wohnsituationen leben? Wie viele Personen sind obdachlosenpolizeilich untergebracht?
Reichen die Ressourcen bei der Obdachlosenpolizei? Gibt es bei der städtischen Wohnungsgesellschaft Leerstände, die nutzbar wären?
Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote für Wohnungslose bzw. von Wohnungslosigkeit Bedrohte gibt es in Saarbrücken? Sind diese Angebote ausreichend?
Selbstredend wissen wir, dass hier in erster Linie nur eine sozial- und arbeitsmarktpolitische Wende des Bundes Abhilfe schaffen kann, nichtsdestotrotz müssen Länder und Kommunen immer wieder nach eigenen Potenzialen suchen, um die desolate und zuweilen hoffnungslose Situation von Wohnungslosen zu verbessern“.

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